Wie in den meisten Marktsegmenten gibt es auch in der Web-Entwicklung Billiganbieter, die reguläre Preise unter das Limit drücken. Wieso die Kunden bei solchen Angeboten oft enttäuscht sind und warum das qualitativ so nicht funktionieren kann, wird hier erklärt.

 

Mach mir ein Auktionsportal

Als aktuelles Beispiel gebe ich hier einen Textausschnitt aus einer Kundenanfrage zum Besten:

“…verlangt wird ein eigenständiges Auktionsportal an Ebay angelehnt ….. – Dabei soll eine komplette User-, Artikel und Angebotsverwaltung, und die üblichen Social Network Features entwickelt werden. Das Design soll modern sein…. Sonstige Features: Newsletterverwaltung, Affiliate-Anbindung, Chatfunktion…. Dabei ist unser Budgetlimit bei 499€..”

499 Euro ist eine Menge Geld, aber betrachten wir einmal die benötigte Zeit für ein mittelgroßes Web-Projekt, das sagen wir Mal ein Frontend, Backend und ein einigermaßen modernes Layout hat:

  • Kundenbetreuung und Kommunikation: Ein vernünftiger Kunde will gut betreut und beraten werden. Dazu gehören Meetings, Absprachen, Abstimmungen Präsentationen und Dokumente. ca. 25 Stunden
  • Konzeption: Layout, Sitemap, Geschäftsprozess, Schnittstellen ca. 20 Stunden
  • einfaches Design: Skizzierung, Screendesign ca. 8 Stunden
  • Frontend: HTML, CSS, JavaScript für die Interaktion ca. 40 Stunden
  • Backend: CMS, Datenbank, PHP, Umsetzung Schutz vor Hacker etc. ca. 32 Stunden
  • Test:Integrationstest, Systemtest, Sicherheitschecks ca. 10 Stunden
  • off-Page-Suchmaschinenoptimierung: Keywordrecherche, Implementierung ca. 8 Stunden

Wenn man nachrechnet brauchen wir also durchschnittlich 143 Stunden für ein Web-Projekt in guter Qualität, das u.a. auch alle sicherheitsrelevanten Aspekte berücksichtigt.

Eine Frage des Stundensatzes?

Schauen wir uns doch einmal um: Ein Automechaniker kostet so bei ca. 70 Euro / Stunde. Handwerker allgemein zw. 50 und 70 Euro / Stunde, ein Architekt kostet > 100€, für Anwälte erwähne ich lieber nicht. Es bewegt sich eigentlich alles im Schnitt zwischen 50€ und 80€ / Stunde. Was auch gerechtfertigt ist.

Es gibt doch alles schon, man braucht es nur zusammen kopieren

Die kalkulierte 143 Stunden mit einem Stundensatz von 50 Euro ist natürlich wesentlich mehr als 499€. Man hört immer wieder, dass es doch nicht so aufwendig sein kann eine Web-Entwicklung umzusetzen, wo doch eh alles im Netz bereits verfügbar ist.

Die Idee ist nicht von der Hand zu weisen.

Aber stellen Sie sich doch einmal vor, Sie wollen ein tolles Auto – sagen wir Mal einen Ferrari. Die Teile findet man auch irgendwo im Internet oder auf Schrottplätzen oder ähnliches. Gehen wir davon aus, dass sie sogar diese Teile gratis bekämen (als Gedankenexperiment).

Wen würden Sie den für den Bau des Ferraris beauftragen? Und was wären Sie bereit für denjenigen zu zahlen? Wer prüft denn, ob die Teile funktionieren oder überhaupt passen.

Jeder Laie erkennt die Grenzen der Web-Baukästen und wenn man eine bessere Qualität braucht oder eben Features braucht, die es so nicht in den Baukästen gibt, dann sollte man sich an einen Experten wenden, der einen gut berät und für realistische Preise gute Lösungen baut.

Ein alter Spruch sagt: “Oft zahlt man für ein Projekt zweimal: einmal für die billige Version und einmal für die passende Version.

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